Martin Buber „Ich-Du-Beziehung“

Der große jüdische Theologe Martin Buber beschrieb die gesündeste, reifste Beziehung zwischen zwei Menschen als eine „Ich-Du-Beziehung“. In einer solchen Beziehung erkenne ich, dass ich selbst als Ebenbild Gottes geschaffen bin – wie jeder andere Mensch auch. Und die Tatsache macht den anderen für mich zu einem „Du“ und bedeutet, dass jeder andere Respekt verdient und mit Würde und Wertschätzung behandelt wird. Es bedeutet, das ich den anderen anerkenne als ein einzigartiges und von mir getrenntes Wesen mit eigener Existenz.

In den meisten Beziehungen behandeln wir Menschen, jedoch leider wie Objekte, als „Es“, In einer „Ich-Es-Beziehung“ behandle ich den anderen als Mittel zum Zweck- so, wie ich eine Zahnbürste benutze oder ein Auto, um irgendwohin zu gelangen. Ich rede nur mit Menschen, weil ich etwas loswerden möchte, und nicht, weil sie selbstständige Individuen sind. Ich spreche über Autoritätspersonen oder Prominente so, als ob sie Unmenschen seien. Ich bin frustriert,wenn andere nicht in meine Pläne passen oder meine Meinung nicht teilen.

Der Priester und der Levit verstanden nicht, dass Liebe zu Gott und emotionale Reife (wirklich zu lieben) untrennbar zusammengehören. Sie sahen nicht das „Du“ das am Straßenrand lag, sondern gingen einfach weiter.

siehe Bibeltext: Lukas 10, 30-17

Impuls für die Stille

Heute nehme ich mir die Zeit und denke über die Menschen nach, denen ich heute begegnen werde. Wie könnte es aussehen, abzubremsen und sie als „Du“ statt als „Es“ zu behandeln?