Ich bin das Licht

 

Jesus Christus lebt heute buchstäblich in Millionen von Menschen rund um die Welt. Er lebt auch in mir. Er war und ist der einflussreichste Prediger, den es je auf dieser Welt gegeben hat. Doch er hatte jeden erdenklichen Grund, daran zu zweifeln, dass die Prophezeiungen über ihn Wirklichkeit werden würde.

So gehörte er z. B. einer Minderheit an, die damals unterdrückt wurde. Seine Landsleute unterstanden der Herrschaft der Römer, die horrende Steuern erhoben. Sie hatten keinerlei politische Freiheit. Und offensichtlich trug er auch nichts dazu bei, um diese Dinge zu ändern.

Er besaß keine Schulbildung  so wie wir es heute kennen und konnte weder akademische Grade noch Auszeichnungen vorzeigen.

Bildung und Religion waren eng verknüpft, daher wurde der Schulunterricht von der örtlichen Synagoge organisiert. Davor lag es in der Verantwortung des Vaters, seinen Kindern die Buchstaben beizubringen. Mit etwa fünf Jahren kamen die Kinder ins Beth Sefer (Haus des Buches), die Grundschule, die, so die Annahme, von Jungen und Mädchen gleichermaßen besucht wurde. Anhand der Tora lernten die Schüler Lesen und Schreiben, jüdische Traditionen und später auch die Auslegung des Gesetzes (Mischna). Wahrscheinlich konnten am Ende dieser Schulstufe viele die ganze Tora auswendig. Viele Jungen und die meisten Mädchen schlossen damit ihre Schulbildung ab.

Mit dreizehn musste ein Junge selbst die Verantwortung übernehmen, die Gebote zu halten. Es war Tradition, nun zum ersten Mal am Passahfest in Jerusalem teilzunehmen. Dies wird heute mit der Bar Mizwa gefeiert (Mädchen feiern mit zwölf die Bat Mizwa). Von Jesus lesen wir, dass er mit zwölf Jahren von den Eltern zum Passahfest nach Jerusalem mitgenommen wurde und den Gelehrten im Tempel kluge Fragen stellte (Lk. 2,42 ff.). Das zeigt, dass er im Beth Sefer fleißig gelernt hatte.

Außerdem lebte er während seines ganzen Lebens bescheiden. Er besaß nicht einmal eine Wohnung. Er sagte selbst: ‚“Die Füchse haben Gruben und die Vögel ihre Nester, ich aber habe nichts.“

Er stammte von  Leuten aus der Unterschicht ab. Sein Vater war ein einfacher  Handwerker. Ziemlich sicher ist, dass Jesus, ebenso wie sein Vater, Bauhandwerker war und einige Jahre in diesem Beruf tätig war. Seine Muttersprache war Aramäisch, wahrscheinlich lernte er auch Griechisch und später Hebräisch. Er konnte, trotz seiner vermutlich kurzen schulischen Ausbildung, lesen und schreiben. Im Laufe der Jahre entwickelte er beeindruckende sprachlichen Fähigkeiten, denn nur so konnte er seine anschaulichen Gleichnisse und aussagekräftigen Sprüche formulieren.

Sein Charisma und seine Ausdruckskraft lassen ihn schnell zu einer Art lokalen Berühmtheit werden. Seine neue, etwas freiere und oft revolutionäre Auslegung der jüdischen Schriften kommt bei vielen Menschen seiner Zeit gut an. In seinen Predigten richtet er sich an alle Bevölkerungsschichten und nicht ausschließlich an die Ausgestoßenen, Kranken und Armen, wie es oft dargestellt wird. Er stellt sich mit allen Menschen auf eine Stufe, isst und trinkt gemeinsam mit ihnen und spricht über das „Reich Gottes“.

Jesus predigte immer an öffentlichen Plätzen und war deswegen weit über die Grenzen von Galiläa bekannt. Es wird vermutet, dass er aufgrund seiner revolutionären Auslegung der jüdischen Schriften von der traditionellen jüdischen Glaubensgemeinschaft als Gefahr angesehen wurde. Der Unruhestifter musste aus dem Weg geräumt werden. Wahrscheinlich wurde er nicht von den Römern selbst, sondern von der jüdischen Führungsschicht verhaftet, die ihn schließlich an die Römer übergaben. Das Ende der Geschichte ist bekannt: Pontius Pilatus verurteilt Jesus zum Tod durch Kreuzigung.

 

Er diente sein ganzes Leben lang anderen und erntete wenig Dank dafür.

Zum Schluss wurde er zum unschuldigen Opfer einer schlimmen Ungerechtigkeit. Er wurde von seinen Freunden im Stich gelassen und einer davon verriet ihn sogar.

Zuletz fühlte er sich auch von Gott verlassen. Er hätte wirklich allen Grund gehabt aufzugeben. Aber stattdessen änderte er den Lauf der ganzen Menschheitsgeschichte.

 

Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben“

(Johannes 8, 12 )

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