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Indianischer Segenswunsch

 

Möge das Große Geheimnis
  • dir seine auserwählten Gaben senden
  • Möge Vater Sonne und Mutter Mond
  • ihre mildesten Strahlen über dich ergießen.
  • Mögen die vier Winde des Himmels
  • sanft über dich dahinwehen und über die,
  • mit denen du dein Herz und dein Haus teilst.

 

 

 

Lorenzo de` Medici

Absoluter Herrscher ohne jede Amtsgewalt
Medici Denkmal

Er hatte alles im Griff, auch ohne Amt und Würden: Lorenzo de`Medici hielt sich meist dezent im Hintergrund, war faktisch aber der Alleinherrscher in der toskanischen Stadtrepublik Florenz, mehr als zwei Jahrzehnte lang, bis zum Tod am 8.April 1492.

Lorenzos Macht ist ererbt. Dabei sind die Medici kein Adelsgeschlecht, sondern eine bürgerliche Familie, einst aus der Provinz nach Florenz gekommen. Ihre führende Stellung hat Großvater Cosimo begründet, ein erfolgreicher Bankier, der seinen Reichtum nutzt, um ihm gewogene Politiker in die entscheidenden Positionen zu hieven.

Vater Piero, obwohl einer Arthrose wegen ans Bett gefesselt, festigt noch den Status der Familie; als er 1469 stirbt, übernimmt der erst 20 Jahre alte Lorenzo die Zügel.

Er erweist sich bald als geschickter Politiker, der nicht nur auf die Sicherung seiner Autorität in Florenz achtet, sondern auch auf ein Gleichgewicht mit den konkurrierenden italienischen Mächten Venedig, Mailand, Rom und Neapel.

Die gefährliche Situation hat er 1478 zu überstehen, als die florentinische Familie Pazzi, unterstützt vom Erzbischof von Pisa und dem Papst, einen Mordanschlag verübt -ausgerechnet während des Hochamts am Ostersonntag, Lorenzos Bruder Guiliano stirbt , Lorenzo selbst überlebt leicht verletzt.

Mit einer Mischung aus Härte und Diplomatie gelingt es ihm, die politische Lage in den folgenden Jahren wieder zu entspannen.

Den Beinamen „der Prächtige“ erwirbt sich Lorenzo de`Medici als großzügiger Kunstmäzen. Selbst ein durchaus begabter Dichter und ein begeisterter Sammlung von Skulpturen und Handschriften, fördert er Literaten, Architekten, Bildhauer und Maler. Der 15-jährigen Michelangelo nimmt er in seine Kunstschule und in sein Haus auf, behandelt ihn wie einen Sohn. Florenz wird zur Hauptstadt der Künste – und die Philosophie, weil der christliche Humanist Lorenzo de`Medici herausragende Weisheitslehrer seiner Zeit um sich schart.

Da er außerdem aufwendige Feste und Umzüge veranstalten lässt, um sich im Volk beliebt zu machen, gibt er da Geld mit vollen Händen aus.Die Einnahmen indes halten nicht Schritt, denn Lorenzo ist kein versierter Wirtschaftsfachmann.

Mit der Erziehung und Ausbildung seines ältesten Sohnes klappt es auch nicht recht. Die Bank beinahe ruiniert, der Stammhalter unfähig – nach dem Tod Lorenzos ist es mit der Pracht und Macht der Medici bald vorbei.

Aber nur vorübergehend. Lorenzos zweiter Sohn wird Papst, ein Enkel wieder Stadtherr in Florenz; bis ins 18. Jahrhundert hinein gelangen Angehörige der Florentiner Dynastie immer wieder in bedeutende weltliche und kirchliche Ämter.

-Hubertus Büker-